Bestimmte Mimikfalten vermitteln dem Gegenüber oft ein

negatives Bild, wie z.B. die Zornesfalte im Glabella-Bereich.

Abhängig von Lage und Ausprägung können unerwünschte mimikbedingte Falten

durch Injektion von Botulinumtoxin A (Botox®, Vistabel®, Dysport®, Xeomin®) korrigiert werden. Neben der Faltenglättung schätzen die Patientinnen und Patienten vor allem die positive, entspannte Gesamtwirkung des Gesichtsausdruckes. Dabei sollen der individuelle Gesichtsausdruck und eine natürliche Mimik so weit als möglich erhalten bleiben.

Botox® verursacht eine Chemodenervierung, d.h. die Erregungsübertragung zwischen Nerv und Muskel wird blockiert, dadurch wird die mechanische Komponente – der ständige Zug der in der Haut inserierenden Muskelfasern – ausgeschaltet.

Die Wirkung nach einer Botox®-Injektion zeigt sich nach 2-5 Tagen und erreicht ihr Maximum 1-2 Wochen später. Die Wirkung hält über einen Zeitraum von 4-6 Monaten an, danach gewinnen die betroffenen mimischen Muskeln graduell ihre Funktionstüchtigkeit zurück.


Botox® ist sehr gut geeignet bei:
- Zornesfalten (Glabellafalten)
- Horizontalen Stirnfalten (Sorgenfalten)
- Krähenfüßen (Periorbitalfalten)

Botox® ist gut geeignet bei:
- Nasenfältchen („Bunny-lines")
- Kinnrunzeln („Popply chin")
- Prominenten "Muskelsträngen" in der Halsregion (Platysma)

Botox® ist bedingt geeignet bei:
- Hängenden Mundwinkeln (Marionettenfalten)
- Lippenfältchen (periorale Falten)
- Abgesunkenen Augenbrauen („chemical brow lift")


Bei älteren Patientinnen und Patienten erscheint eine Kombinationstherapie sinnvoll, da die Erfolge einer Monotherapie in manchen Behandlungsregionen begrenzt sind.


Sinnvolle Kombinationsbehandlungen sind:


1. Botox® in Kombination mit einem Laserpeeling oder chemischen Peeling
Durch die Vorbehandlung mit Botox® und der dadurch vermindernden Aktivität der mimischen Muskulatur kann sich Hautcollagen, unbehelligt von Zugkräften auf die Haut, neu bilden. Dies bewirkt eine glattere Oberfläche der Haut mit einem besseren Langzeitergebnis.


2. Botox® in Kombination mit injizierbaren Fillern
Tief eingegrabene Zornes- oder Marionettenfalten können mit einer Botoxbehandlung alleine nicht komplett geglättet werden. Sie werden am besten in Kombination mit injizierbaren Füllmaterialien (z.B. Hyaluronsäure) aufgefüllt. Eine Vorbehandlung mit Botox® reduziert die Faltentiefe und weniger Füllmaterial wird benötigt. Auch die Abbaurate des Füllmaterials wird durch die reduzierte Mimik verzögert, was zu einem besseren Langzeitergebnis führt.


3. Botox® in Kombination mit einer Lidkorrektur
Die wiederholten Zug- und Scherkräfte in den mimischen Arealen („Krähenfüße") können sich negativ auf die Wundheilung auswirken und die Narbenbildung beeinträchtigen (Dehiszenzen). Die Vorbehandlung mit Botox® wirkt sich daher - durch die verminderte mimische Aktivität - positiv auf den Wundheilungsprozess aus.

Botulinumtoxin A