Lebenswichtiges Jod

Jod ist ein essentielles Spurenelement und unabdingbarer Bestandteil der wichtigen Schilddrüsenhormone. Jod wirkt nicht nur in der Schilddrüse, sondern in jeder einzelnen Zelle des Körpers.

Bei der körpereigenen Herstellung von Schilddrüsenhormonen wird Jodid zu Jod oxidiert (durch das eisenabhängige Enzym TPO – Thyreoperoxidase). Dabei entsteht toxisches Wasserstoffperoxid, dies bedeutet oxidativen Stress für die Schilddrüsenzellen. Dieses Wasserstoffperoxid wird durch selenabhängige Proteine beseitigt.

Selen ist auch Bestandteil eines Enzyms (Dejodase), das an der Umwandlung ( = Dejodierung) von T4 (Thyroxin = inaktives Schilddrüsenspeicherhormon) in das stoffwechselaktive T3 (Trijodthyronin) beteiligt ist. T3 ist das wirksamste Schilddrüsenhormon und für den gesamten Energiehaushalt des Menschen zuständig.

Dejodasen finden sich nicht nur in der Schilddrüse sondern auch in anderen Organen (z.B. Leber, Niere, Muskulatur, Hypophyse, Brustdrüse,…). Auch nach einer kompletten Entfernung der Schilddrüse reichen die Dejodasen in den anderen Organen aus um T4 in T3 umzuwandeln.

Die Schilddrüsenhormone spielen eine zentrale Rolle in der Gesundheit und werden gebraucht für:

  • die körperliche und geistige Entwicklung eines Embryos / Fetus (z.B. eine Innenohrschwerhörigkeit beim Kind ist ein spezifisches Symptom eines intrauterinen Jodmangels),

  • die Wärmeregulation (Untertemperatur und Kälteempfindlichkeit sind Leitsymptome einer Schilddrüsenunterfunktion),

  • den Kohlehydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel,

  • die Leistungsfähigkeit (durch Vermehrung und Stimulation der Mitochondrien und dadurch erhöhten und effizienteren Energiestoffwechsel),

  • die Bildung von Steroidhormonen aus Cholesterin (z.B. Männer mit Schilddrüsenunterfunktion haben häufiger verminderte Testosteronspiegel),

  • den Knochenstoffwechsel (z.B. Förderung des Calziumumsatz und des Knochenwachstum),

  • die optimale Funktion von Herz-Kreislaufsystem (z.B. erhöhte Herzfrequenz bei Schilddrüsenüberfunktion) und Magendarmtrakt (Gewichtszunahme bei gleichzeitiger verminderter Aufnahmefähigkeit von Mikronährstoffen bei Schilddrüsenunterfunktion),

  • Haut und Haare (z.B. Myxödem = ödemmatöse Auftreibung der Unterhaut durch Einlagerung von Glykosaminoglykanen),

  • Gehirn und Psyche (z.B. Konzentrationsprobleme, Erschöpfung und Müdigkeit bei Schilddrüsenunterfunktion).

 

Jodreiche Lebensmittel sind jodiertes Speisesalz, Algen, Meeresfische, Muscheln, Eier, Milchprodukte und Innereien.

Absolute Jodkarenz ist natürlich bei Schilddrüsenkarzinomen vor Radiojodtherapie erforderlich.

Österreich zählt zu den Jodmangelgebieten, die Jodversorgung über die Nahrung ist unzureichend und liegt durchschnittlich unter 100 Mikrogramm / Tag. Die empfohlene tägliche Jodzufuhr beträgt 250 – 300 Mikrogramm.

Jodmangel ist weltweit die Hauptursache einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyroidismus) und / oder eines Kropfes.