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Dualität des mTOR – zwei Seiten einer Medaille

Eine Balance zwischen mTOR-Aktivierung und mTOR-Hemmung ist das Geheimnis einer gesunden funktionstüchtigen Zelle!


mTOR ist ein wichtiges, in allen Säugetieren vorkommendes Regulatorenzym. mTOR aktiviert andere Proteine und Enzyme (durch Übertragung einer Phosphatgruppe) und löst so eine Vielzahl von Signalwegen in der Zelle aus.


Die Aktivierung von mTOR wirkt fördernd auf: • das Zellwachstum (Hypertrophie), • die Proteinbiosynthese, • die Zellteilung (Zellproliferation), • die Zellmotilität.

Das heißt eine Aktivierung von mTOR wirkt leistungssteigernd, wachstumsfördernd, muskelaufbauend und wundheilend.


Folgende Faktoren aktivieren mTOR: • hohe Blutspiegel von essentiellen Aminosäuren, • hohe Blutspiegel von Wachstumsfaktoren (z.B. Insulin), • hoher Energiestatus (ATP) in der Zelle, • starker mechanischer Trainingsreiz (Mechanotransduktion).


Das heißt, eine starke Aktivierung von mTOR erzielt man durch eiweißreiche Nahrung gemeinsam mit einem harten Krafttraining oder körperlicher Arbeit.

Manchmal ist die mTOR-Aktivierung notwendig und zweckmäßig wenn z.B. die Wundheilung gefördert werden soll oder neues Gewebe zu bilden ist.


mTOR ist weder gut noch schlecht, kann aber in manchen Situationen überaktiv sein. Die Folgen einer übersteigerten mTOR-Aktivierung (z.B. durch ständigen Nährstoffzufuhr oder durch zelluläre Dysfunktionen) werden mit einer Reihe von Krankheiten assoziiert:

• Fettleibigkeit, • Typ 2 –Diabetes, • Depressionen, • Alzheimerkrankheiten, • Parkinson, • bestimmten Krebsarten.


Manchmal ist die längere Hemmung von mTOR notwendig und zweckmäßig, um Entzündungsvorgänge zu verringern und zelluläre Regenerations- und Reparationsvorgänge (Autophagie) zu erhöhen.


Autophagie tritt nur dann in Erscheinung wenn der mTOR-Signalweg gehemmt ist. Als Autophagie wird ein zellulärer Reinigungsprozess bezeichnet, bei dem beschädigte oder nicht mehr benötigte Zellbestandteile zerlegt und abgebaut oder zu neuen „frischen“ Zellbestandteilen wiederverwertet (recycelt) werden. Die Zellen können dadurch regenerieren, besser funktionieren und bleiben länger lebensfähig.


Wenn die Autophagie gestört ist (z.B. durch mehrere über den Tag verteilte kleine Mahlzeiten) zeigen die Zellen immer mehr Dysfunktionen sowie eine vorzeitige Alterung.

Der stärkste derzeit bekannte Reiz für die Autophagie ist das Fasten (z.B. intermittierendes Fasten, ketogene Diät, Kalorieneinschränkung,…).

Kurz gesagt:

mTOR aktiviert = Zellwachstum mTOR gehemmt = zelluläre Selbstreinigung



In einer gesunden funktionstüchtigen Zelle ist eine Balance zwischen diesen beiden Zuständen gegeben.

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