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Jod und Hörvermögen

Jod ist ein essentielles Spurenelement und unabdingbarer Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Jod wirkt nicht nur in der Schilddrüse, sondern in jeder einzelnen Zelle des Körpers.


Jod und Schilddrüsenhormone sind auch notwendig für die Reifung der Cochlea ( = Teil des Innenohrs) und des Hörzentrums im Gehirn ( = auditiver Cortex). Zum Beispiel ist eine Innenohrschwerhörigkeit beim Säugling und Kleinkind ein spezifisches Symptom eines Jodmangels der Mutter während der Schwangerschaft.


Schon frühe Studien (zB Wespi HJ, 1945 oder Valeix P. et al 1994) zeigten einen Zusammenhang zwischen Hördefizit und Jodmangel bei Vorschulkindern.


Eine Studie aus 2018 (Scinicariello F. et al) konnte auch einen Zusammenhang zwischen Jodmangel und Hördefizit bei Jugendlichen aufzeigen. Bei 1198 Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren wurden audiometrische Untersuchungen vorgenommen und der Jodgehalt im Urin analysiert. Jod im Urin ist ein guter Laborparameter um die Jodversorgung zu bestimmen. Bei Jugendlichen mit einer Jodausscheidung im Urin unter 100mcg/l zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang mit einem Hördefizit in der Sprachfrequenz (SFHL = speech frequency hearing loss). Bei einer Hörminderung in der Sprachfrequenz hat man Schwierigkeiten eine Unterhaltung vollständig zu verstehen, vor allem bei Umgebungsgeräuschen. Dies kann bei Jugendlichen zu Lernschwierigkeiten, verminderter Sprachkompetenz oder Verhaltensproblemen führen. Bei einer Jodausscheidung im Urin über 200mcg/l konnte kein Zusammenhang mit einer Hörminderung festgestellt werden.



Fazit: nicht nur bei Vorschulkindern sondern auch bei Jugendlichen zeigte sich: je ausgeprägter der Jodmangel desto deutlicher das Hördefizit.

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